1. Treppenregeln und -maße beachten.

 

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Regeln der Landesbauordnungen, also der Bundesländer und Kantone, in denen das Bauwerk errichtet wird, in erster Linie maßgeblich. Dann erst gelten die jeweiligen Normen:


DIN = Deutsches Institut für Normung. Für Treppen insbesondere die DIN 18065.


ÖNORM = Österreichische Norm erstellt vom Austrian Standards Institute (Österr. Normungsinstitut).
Für Treppen die B 5371.


SIA = Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein. Für Geländer und Brüstungen SIA 358.

 

2. Standsicherheitsnachweise anfordern.

 
Treppen sind tragende Bauteile und müssen Verkehrslasten aufnehmen. Für die Belastungsfähigkeit muss eine statische Berechnung als Standsicherheitsnachweis vorliegen. Für moderne Treppen, oft auch als System- oder Fertigtreppen bezeichnet, ist eine Europäische Technische Zulassung (CE-Zeichen) erforderlich, die bisher aber nur ein Teil der Hersteller vorweisen kann. Lediglich für die im "Regelwerk Handwerkliche Holztreppen" angeführten Treppenkonstruktionen muss kein separater Nachweis der Standsicherheit vorgelegt werden.
 

3. Stabiles Geländer einbauen.

 
Für das sichere Begehen einer Treppe ist ein festes Geländer unerlässlich. Deshalb muss auch die Stabilität des Geländers statisch nachgewiesen sein, und zwar auf Belastung durch Seitendruck (Horizontalkräfte). Um einen sicheren Halt zu finden, muss außerdem der Handlauf eines Geländers griffsicher sein. Die vorgegebenen Maße hierfür regelt die DIN 18065.
 

4. Verwendungszweck berücksichtigen.

 
Im Baugesetz bzw. den Normen ist genau festgelegt, wie eine Treppe in Wohnräume, in einen Keller oder einen ausgebauten Dachboden mindestens beschaffen sein muss. Ein Treppenbau-Fachmann kann genau sagen, welche Laufbreite oder welches Steigungsverhältnis jeweils nötig ist. Eine Steiltreppe beispielsweise ist in einen (auch nur gelegentlich) bewohnten Dachraum aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, ausgenommen als zustätzliche, zweite Treppe.
 

5. Auf Selbstbau oder -montage verzichten.

 
Würden Sie einen Dachstuhl selber bauen und montieren oder überlassen Sie das nicht doch lieber dem erfahrenen Zimmermann? Dasselbe empfiehlt sich für den Bau einer Treppe. Die absolute Gewissheit über die Einhaltung der Treppenregeln und die Gewährleistung der Standsicherheit kann auch hier nur der Treppen-Fachbetrieb garantieren. Und zwar von der ersten Beratung, über das exakte Aufmaß, eine detailgenaue Planung und kontrollierte Fertigung, sowie durch eigenhändige Montage.
 

6. Nutzungsbedingungen beachten.

 
Muss die Treppe für Kleinkinder abgesichert werden? Achtung: Die Vorgabe von Sprossen- und Stufenabständen mit maximal 12 cm, welche in wenigen deutschen Landesbauordnungen gefordert wird, ist nicht immer ausreichend. Besser ist eine komplette Absicherung des Zugangs zur Treppe mit normgerechten Kinderschutztüren nach DIN/EN 1930. Weitere Anforderungen an die Treppe können auch durch ältere und gehbehinderte Personen entstehen.