Ratgeber

Wie häufig benutzen Sie am Tag Ihre Treppe?

Ob zum Gang in den Keller oder zu den Wohnräumen im Obergeschoss, die Treppe ist in mehrgeschossigen Häusern das am meisten benutzte Bauteil. So wird in einem Drei-Personen-Haushalt die Treppe täglich weit über fünfzig Mal begangen. Doch die alltägliche Verwendung führt oft auch zu mangelnder Vorsicht.

Viel Verwendung, viel Gefahr?

Allein in Deutschland passieren jährlich einige hunderttausend Unfälle auf Treppen, teilweise auch mit  tödlichen Folgen. Diese Stürze lassen sich meist auf Hast, Unachtsamkeit oder auch falsches Schuhwerk zurückführen. Manchmal liegen die Gründe aber auch am Zustand der Treppe, wie die nebenstehende
Auflistung zeigt. Durch eine fachmännische Planung der Treppenanlage, sowohl bei Neubau als auch bei Renovierung, lassen sich diese Unfallursachen entweder ganz verhindern oder zumindest deutlich reduzieren.

Unfallursachen auf Treppen
  • Hast, Unachtsamkeit, falsches Schuhwerk
  • Stufenkanten schlecht erkennbar, zu wenig Licht
  • Stufen gegenüber Podesten oder Fußböden zu wenig unterscheidbar
  • Hindernisse wie Dekorations- oder Gebrauchsgegenstände in Treppenecken abgestellt
  • Stufenbelag ungleichmäßig oder rutschig (z. B. nach Reinigung)
  • Stufenkanten zu weit vorstehend oder auch abgetreten
  • Stufen am Beginn oder Ende der Treppe ungleichmäßig hoch
  • Treppe zu steil bzw. Auftritt auf der Stufe zu kurz

Der Bauherr haftet

Jeder Bauherr oder Hauseigentümer sollte sich darüber im Klaren sein, dass er für den technisch  vorschriftsmäßigen Zustand seines Hauses – und seiner Treppe – verantwortlich ist und damit auch haftbar gemacht werden kann. Sollte bei der Untersuchung eines Schadensfalles festgestellt werden, dass dieser durch eine grob fahrlässige Handlung entstanden ist (z. B. Nichteinhaltung der Baugesetze), können Krankenkassen und Versicherungen den Bauherrn möglicherweise in Regress nehmen.


Mehr Bauherren-Sicherheit beim Treppenkauf


Die häufigsten Stolperstellen

Die meisten Treppenunfälle am unteren Treppenende (Antritt), da dieses oft nicht rechtzeitig erkannt wird. Auch der Treppenanfang (Austritt) birgt Gefahren. Ein weiteres Risiko sind Stufenkanten-Zusätze, deren Radius über 10 mm liegt. Hier besteht Rutschgefahr. Gefährlich können auch Stufenkanten sein, die eigentlich als Sicherheitsprofile eine Treppe besser begehbar machen sollten. Gute Profile schließen Stufen flächenbündig und dauerhaft ab, oder verbessern rutschige Stufenflächen. Wenn sie aber unsachgemäß eingebaut sind und zu weit vorstehen, oder nicht gewartet werden, kann der Schuh bzw. Fuß daran hängen bleiben, der Gehrhythmus wird gestört und man kann stolpern. 

Treppenbeleuchtung sorgt für mehr Sicherheit

Mit zunehmendem Alter verringert sich die Sehkraft. Ab Vierzig steigt mit jedem zusätzlichen Lebensjahr der Lichtbedarf deutlich an. Im Bereich der Wohnungstreppe kann diesen Anforderungen durch eine gute Beleuchtung entsprochen werden. Empfehlungen für die optimale Treppenbeleuchtung:

  • Blendungsfreie bzw. blendungsarme Lichtanordnung
  • Ein- und Ausschalter bequem erreichbar
  • Bewegungsmelder oder Dauerbeleuchtung
  • Stufenkanten deutlich akzentuiert beleuchten
  • Kein störender Schattenwurf während des Begehens
  • Leuchten gut zugänglich platzieren, gleichzeitig aber stoß- und spritzwassergeschützt